Game Studies Geschichte

Fast genau ein Jahr nachdem mein Seminar „25 Jahre Game Studies in Deutschland: Eine historisch-systematische Bestandsaufnahme“ an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zu Ende gegangen ist, können die Ergebnisse der Lehrveranstaltung nun nachgelesen werden. Bei der Zeitschrift für Computerspielforschung, PAIDIA, ist jetzt die umfangreiche Beitragsreihe mit dem Titel Bausteine zu einer Sozialgeschichte der „Game Studies“ in Deutschland erschienen.

Ich bin sehr froh und dankbar, dass die Beitragsreihe in dieser Form, online und frei zugänglich, erscheinen können. Denn die vielen systemischen Probleme der „Game Studies“ verlangen nach einer eingehenden und öffentlichen Diskussion — eine Diskussion an der möglichst alle, die sich mit Spielen beschäftigen, teilhaben sollen und die mit einem genauen Blick auf die Geschichte der Spieleforschung in Deutschland nur an Substanz gewinnen kann.

Hier das Abstract:

In den vergangenen 25 Jahren ist das Projekt, die „Game Studies“ im deutschen akademischen System zu verankern, nur wenig vorangeschritten. Die Spieleforschung ist noch immer von einzelnen Personen abhängig, die unter prekären Verhältnissen wissenschaftliche Arbeit leisten. Der Beitrag zeigt, wie eng die Entwicklung der Spieleforschung mit den strukturellen Problemen des akademischen Systems verknüpft ist. Dazu verbindet er Wissenschafts- und Institutionengeschichte mit Biographien, Projekten und Publikationen aus Weimar, Siegen und Bochum rund um die Jahrtausendwende. Zwei ausführliche Fallstudien zeichnen die Spieleforschung in Braunschweig und Potsdam nach. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Beitrag aktuelle Bestrebungen, die „Game Studies“ in Deutschland als „Spielwissenschaft“ neu zu positionieren.

Neben meinen allgemeinen Beiträgen zur Sozialgeschichte der „Game Studies“ sowie zur Entwicklung an den Standorten Weimar, Bochum und Siegen haben mit Maren Abel und Jakob Böwer auch zwei Studierende aus dem Seminar Fallstudien zu Braunschweig und Potsdam vorgelegt. Da ich es mir nicht nehmen lassen konnte, die Beiträge noch zu ergänzen und zu erweitern, sind es die umfangreichsten Texte der Reihe geworden.

Bereits im vergangenen Juni hatte ich die Möglichkeit, in einem Interview mit Martin Dietrich vom Spielejournalismus-Podast Decode über die Forschungsergebnisse zu sprechen. Ich freue mich, dass nun endlich alle diese Beiträge nachlesen können, und hoffe, dass dies nur der Anfang einer ausgiebigen Auseinandersetzung mit diesem Teil der deutschen Spielegeschichte sein wird. Ich wünsche viel Freude bei der Lektüre.

Björn Blankenheim, Maren Abel und Jakob Böwer: Bausteine zu einer Sozialgeschichte der „Game Studies“ in Deutschland. In: PAIDIA – Zeitschrift für Computerspielforschung, Beitragsreihe, 16.07.2026. (Online)

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