Game-Science Meet-Up in Köln

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hatte in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) für den Abend des 27. August 2026 erstmals zum Game-Science Meet-Up geladen. Es kann keinen Zweifel daran geben, dass die Bemühungen, die Game Studies im deutschen akademischen System zu verankern, bisher wenig erfolgreich waren. Zu diesem Thema habe ich selbst gerade erst eine umfassende Studie veröffentlicht. Damit sind alle Initiativen, die der Spieleforschung in Games-Branche, Politik und Öffentlichkeit mehr Sichtbarkeit verschaffen, sehr zu begrüßen. Dennoch hinterließ die Veranstaltung einen faden Beigeschmack.

Zunächst einmal war es überaus unglücklich, dass die Veranstaltung (wohl schon aus organisatorischen Gründen) in der Business Area der Gamescom stattfand und damit selbst am Fachbesucher*innen-Tag der Öffentlichkeit nicht ohne Weiteres nicht zugänglich war. Das ist besonders bemerkenswert für ein Forschungsfeld, dem es so stark an institutioneller Anbindung mangelt. So waren gerade jene Forscher*innen, die sich außerhalb des Hochschulsystems durchschlagen müssen, deren Stimme besonders selten gehört wird und die damit von einem solchen Austausch vielleicht am meisten hätten profitieren können, von der Veranstaltung ausgeschlossen. Ich selbst hatte als Geschäftsführer der Vault.NRW ein spezielles Ticket für Business Area erworben — ein Prozess, der nach einer offiziellen (wenn auch unkomplizierten) Prüfung verlangt und lange nicht allen offen steht. Die auf diesem Wege hergestellte Exklusivität ist aber noch aus einem anderen Grund problematisch.

Denn gleichzeitig rücken sich mit dieser Initiative Akteure in Vordergrund, deren Beitrag zur Spielwissenschaft mindestens fraglich ist. Indem diese sich als erste und einzige Ansprechpartner*innen im deutschsprachigen Raum sowie zugleich als Sprachrohr für die gesamte Spieleforschung inszenieren, negieren sie im gleichen Atemzug die Leistungen all jener Forscher*innen, die nun schon seit mehr als 25 Jahren unter schwierigen Bedingungen wichtige Arbeit leisten (wie gesagt, habe ich dazu gerade erst eine umfassende Studie veröffentlicht). Die Aussicht, dass nun ausgerechnet diese Akteure bei den Entscheidungen zur Weiterentwicklung der Forschungslandschaft mit am Tisch sitzen könnten, erscheint beinahe zynisch. Besonders der Politik scheint es bisher vor allem an Einsicht zu fehlen, dass Spieleforschung weit mehr bedeuten kann als Zulieferer für die Spieleentwicklung zu sein. Dennoch fokussieren die existierenden Förderprogramme sehr stark auf die Games-Branche als Wirtschaftszweig. Auch deswegen fand das Treffen wohl im Rahmen der Gamescom statt.

Es bleibt zu hoffen, dass sich viele dieser Probleme lösen und sich die Befürchtungen zerstreuen werden. Das letzte was die Spielwissenschaft jetzt noch braucht sind interne Machtspielchen.

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Gameästhetik im Kunstunterricht